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Odenwaldschule
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Die Odenwaldschule (kurz OSO fĂŒr Odenwaldschule Ober-Hambachcite-ref-3[3]) war ein Landerziehungsheim im Stadtteil Ober-Hambach der hessischen Stadt Heppenheim (Bergstraße). Sie wurde am 17. April 1910 von Paul und Edith Geheeb gegrĂŒndet. Die Schule befand sich in freier TrĂ€gerschaft und galt lange als Vorzeigeinternat der ReformpĂ€dagogik.cite-ref-4[4]

Öffentliche Aufmerksamkeit erlangte die Odenwaldschule insbesondere, seit Ende der 1990er-Jahre jahrzehntelanger systematischer sexueller Missbrauch von den 1960er bis in die 1990er Jahre durch verschiedene LehrkrĂ€fte und den Schulleiter Gerold Becker an SchĂŒlern bekannt wurde. Am 16. Juni 2015 stellte die Odenwaldschule einen Insolvenzantrag, der Schulbetrieb endete wenige Wochen spĂ€ter.

Contents

‱ Kosten
‱ Gedenken
‱ Schulleiter
‱ Filme
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Geschichte und pÀdagogisches Konzept

Die Odenwaldschule entstand in engem Zusammenhang mit der reformpĂ€dagogischen Bewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts. GegrĂŒndet wurde sie am 17. April 1910 von Edith und Paul Geheeb. Das erste SchulgebĂ€ude war das spĂ€ter noch mehrfach ausgebaute „Goethehaus“, vormals „Kurpension Lindenheim“. Den GelĂ€ndekauf und die weiteren Bauten finanzierte der Vater Edith Geheebs, der Berliner Stadtrat Max Cassirer, der die Odenwaldschule nachhaltig förderte und seit 1925 auch selbst auf dem SchulgelĂ€nde wohnte. Bereits 1910/11 entstand nach PlĂ€nen des Architekten Heinrich Metzendorf der architektonische Kern der Odenwaldschule im Landhausstil und benannt nach Geheebs „Heroen“ des Idealismus, bestehend aus dem Maschinenhaus (spĂ€ter „Waschhaus“), dem „Herder“-, „Fichte“-, „Schiller“- und „Humboldthaus“ (von der nationalsozialistischen Schulleitung 1938 in „DĂŒrerhaus“ umbenannt). Die baugleichen, spiegelbildlich angeordneten HĂ€user „Herder“ und „Humboldt“ zeigen hangseitig die markanten Treppenhaus-Runderker und Mansarden-Giebel. Wenig spĂ€ter entstand am oberen Weg das Haus des Schriftstellers Wilhelm von Scholz, das er fĂŒr seine Frau Irmgard und die Kinder Wilhelm und Irmgard bauen ließ; diese gehörten 1910 zu den ersten 15 Kindern, die an der Odenwaldschule unterrichtet wurden.cite-ref-5[5] 1915 zogen Edith Geheebs Bruder Kurt und dessen Frau Eva Cassirer, geb. Solmitz, in das Haus, das danach „Cassirer-Haus“ genannt wurde (1934 von der nationalsozialistischen Schulleitung in „Bachhaus“ umbenannt). 1918 wurde das bereits bestehende „Haus Sonnenschein“, vormals eine Haushaltschule fĂŒr höhere Töchter, hinzugekauft; als „Drude-Haus“ bezeichnet, wurde es 1927 in „Pestalozzi-Haus“ umbenannt. Als nĂ€chste Bauvorhaben folgten: 1921 das „Wettsteinhaus“, 1923 das „WerkstĂ€ttenhaus“ mit der Druckerei und den WerkrĂ€umen, das 1923 an der Stelle eines zuvor zwischen „Herder-“ und „Goethe-Haus“ geplanten Saalbaus errichtet wurde, und 1925 das „Platonhaus“, das in einem Kellergeschoss die Aula aufnahm und im Erdgeschoss die Wohnung fĂŒr Max und Hedwig Cassirer.cite-ref-6[6]

Geheeb fĂŒhlte sich vom Leitsatz „Werde, der du bist“ (Î“Î­ÎœÎżÎčÎż ÎżáŒ·ÎżÏ‚ ጔσσÎč.) des griechischen Dichters Pindar inspiriert. Demnach sollte die Schule die Gemeinschaft, die Persönlichkeit und das selbstbestimmte Handeln fördern.

Das pĂ€dagogische Konzept der GrĂŒnder war geprĂ€gt durch die GrundsĂ€tze der Arbeitsschule und EinfĂŒhrung eines jahrgangsĂŒbergreifenden Kurssystems unter Verzicht auf Jahrgangsklassen. Der mit Geheeb befreundete PĂ€dagoge Otto Erdmann, erster Unterrichtsleiter an der OSO, und Geheebs ehemaliger SchĂŒler Mario Jona (1890–1949) erarbeiteten 1912 einen entsprechenden Plan fĂŒr diese „Arbeitsorganisation“, deren AnsĂ€tze Jona bereits am Landerziehungsheim Wickersdorf konzipiert hatte.cite-ref-7[7] Alle SchĂŒler, an der Odenwaldschule „Kameraden“ genannt, sollten mitgestalten, mitbestimmen und mitverantworten können. „Die Odenwaldschule ist eine freie Gemeinschaft, in der die verschiedenen Generationen unbefangen miteinander umgehen und voneinander lernen können“, hieß es in der Schulordnung. Durch die – erstmals innerhalb der Landerziehungsheimbewegung – zum Konzept erhobene Koedukation von MĂ€dchen und Jungencite-ref-8[8] und die in der „Schulgemeinde“ verwirklichte Mitbestimmung der Kinder und Jugendlichencite-ref-9[9] erregte die Odenwaldschule in der GrĂŒndungszeit und der Weimarer Republik nationale und internationale Aufmerksamkeit intellektueller Kreise. An der Odenwaldschule sollten Kinder und Jugendliche möglichst individuelle Lernanregungen bekommen – intellektuelle, handwerklich-praktische, musisch-kĂŒnstlerische. Gelebt wurde in altersgemischten Wohngruppen, den „Familien“, deren Oberhaupt der Lehrer („Mitarbeiter“) oder ein Lehrer (Ehe-)paar war und die jedes Jahr neu zusammengestellt wurden. Zu den weiteren Merkmalen des pĂ€dagogischen Konzepts der Schule gehörte unter anderem der gemeinsame Nacktsport von MĂ€dchen und Jungen, das allmorgendliche nackte „Luftbaden“ auf einer eigens dafĂŒr vorgesehenen Wiese am Waldrand sowie das Duzen der Lehrer.cite-ref-10[10] Die Schule war in den 1920er Jahren international angesehen; bis 1938 waren auch auslĂ€ndische Lehrer aus England und den USA dort tĂ€tig. Von 1924 bis 1933 war der ReformpĂ€dagoge Martin Wagenschein Lehrer an der Odenwaldschule.

Wie die ĂŒberlieferten „BesucherbĂŒcher“ der 1920er Jahre belegen, hatte die reformpĂ€dagogische Praxis der Odenwaldschule eine große Anziehungskraft auf Maler, Schriftsteller, Dichter, Gelehrte und Intellektuelle der Weimarer Zeit; GĂ€ste der Odenwaldschule, darunter auch persönliche Freunde von Paul Geheeb, waren u. a.: Ernst Barlach, KĂ€the Kollwitz, Karl Schmidt-Rottluff, Alfred Kubin, Karl Wolfskehl, KĂ€the Kruse, Karl Barth, Max Kommerell, Alfred Weber, Martin Buber und Frank Wedekind.cite-ref-11[11]

„Gemeinschaft der Odenwaldschule“ (1933–1945)

Bereits am 7. und 11. MĂ€rz 1933 kam es im Vorfeld der „Aktion wider den undeutschen Geist“ zu „SĂ€uberungsaktionen“ der SchĂŒler- und Lehrerbibliotheken durch Angehörige der hessischen Hilfspolizei bzw. SA und am 11. MĂ€rz auf dem Goetheplatz zu einer BĂŒcherverbrennung. Der damalige Chemielehrer Erich (Esra) Steinitz wurde aufgrund seiner jĂŒdischen Herkunft bei der Durchsuchungsaktion am 7. MĂ€rz 1933 vorĂŒbergehend festgenommen und in ein GefĂ€ngnis nach Darmstadt transportiert. Am 11. MĂ€rz 1933 misshandelte die SA den in der Odenwaldschule lebenden Bruder Edith Geheebs, Kurt Cassirer. Als die SA Ende MĂ€rz 1933 erneut in die Schule kam und Steinitz die neuerliche Verhaftung drohte, flĂŒchtete er am 1. April 1933 in die Schweiz.cite-ref-12[12] Am 7. April 1933 kamen der neue hessische Kultusminister Friedrich Ringshausen und der Leiter des Höheren Schulwesens, Rudolf Blank, in die Odenwaldschule und eröffneten Geheeb die Bedingungen fĂŒr einen Fortbestand der Odenwaldschule im nationalsozialistischen Staat. Es sollten fast alle LehrkrĂ€fte entlassen und durch ein NS-konformes Kollegium aus jungen hessischen Studienassessoren ersetzt werden. Außerdem sollte das selbstorganisierte „Wartesystem“ aus jeweils fĂŒnf SchĂŒlern abgeschafft und die Koedukation aufgegeben werden. Nicht zuletzt wurde mit dem Mathematiklehrer Dr. Otto Freidank ein Nationalsozialist zum stellvertretenden Schulleiter bestimmt, mit dem Auftrag, regelmĂ€ĂŸigen Kontakt mit Blank zu halten und ĂŒber die Umsetzung der geforderten Maßnahmen zu berichten.cite-ref-13[13] Geheeb, der die bedrohlichen Konsequenzen der NS-MachtĂŒbernahme fĂŒr die Schule, seine Person und die Familie Cassirer zunĂ€chst noch abwehren oder doch abmildern zu können glaubte, emigrierte 1934 mit seiner jĂŒdischen Frau Edith und ca. 25 SchĂŒlern und einigen Mitarbeitern in die Schweiz und grĂŒndete dort die Ecole d’HumanitĂ©. Unter der Leitung zweier langjĂ€hriger und mit Geheeb befreundeter Lehrer, der spĂ€teren NSDAP-Parteimitglieder Heinrich Sachs (Parteieintritt 1940) und Werner Meyer (Parteieintritt 1937), bestand die gleichgeschaltete Odenwaldschule wĂ€hrend des Nationalsozialismus fort und firmierte seit April 1934 als „Gemeinschaft der Odenwaldschule“. Die meisten der bisherigen „Mitarbeiter“ waren wie verlangt 1933 entlassen und durch AnwĂ€rter aus dem hessischen Staatsdienst ersetzt worden. Die koedukative „Familienstruktur“ war aufgehoben und die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler wohnten fortan in getrennten HĂ€usern. Sachs und Meyer waren bereit, fĂŒr den Fortbestand der Schule Geheebs pĂ€dagogische Prinzipien preiszugeben und den nationalsozialistischen Behörden weitreichende Konzessionen zu machen. Im Januar 1934 formulierte Meyer gegenĂŒber Max Cassirer NS-affine „VorschlĂ€ge zur Einrichtung der Odenwaldschule als Landerziehungsheim im nationalsozialistischen Staat“.cite-ref-14[14] Im Jahr 1938 wurde die neu erbaute Sport- und Festhalle, die spĂ€tere „Theaterhalle“, mit einem Leitspruch Adolf Hitlers zur „Gesundheit der Jugend“ eingeweiht.cite-ref-15[15] An der Schule gab es eine Gruppe der Hitlerjugend (HJ), die Lehrer Jakob Zahrt am 3. September 1933 gegrĂŒndet hatte und die bald auf 30 Mitglieder und schließlich zu einer HJ-„Gefolgschaft“ anwuchs. RegelmĂ€ĂŸige Sing- und Schulungsabende der HJ, Wehrsport, der Dienst im Jungvolk und im Bund deutscher MĂ€del unter Lehrerin Hedi Zahrt waren Teil des schulischen Wochenplans.cite-ref-16[16] Als Jakob Zahrt im Juni 1940 zum MilitĂ€rdienst in der Wehrmacht einberufen wurde, ĂŒbernahm Hans Messer die HJ-Gefolgschaft, abgelöst 1941 von Willi Lies aus Unter-Hambach und Carl Schill.cite-ref-17[17] 1939 beantragte der Reichsarbeitsdienst die Übernahme der Odenwaldschule; sie werde, „da ihr Sinn der nationalsozialistischen Erziehungsgemeinschaft widerspricht, nicht von Dauer sein können.“ 1939/40 erfolgte die Umstellung des alten, jahrgangsĂŒbergreifenden Kurssystems auf Klassenunterricht nach allgemeinen PlĂ€nen. 1940 wurde das Gesamtanwesen von der „Gemeinschaft der Odenwaldschule“ gepachtet. Ab 31. August 1941 unterstanden die „Gemeinschaft der Odenwaldschule“ und alle vormals privaten deutschen Internate der Oberaufsicht von SS-ObergruppenfĂŒhrer August Heißmeyer.cite-ref-18[18] Am 26. Juni 1943 wies Heißmeyer Sachs an, die „Gemeinschaft der Odenwaldschule“ auf die Verstaatlichung vorzubereiten, die allerdings nicht mehr erfolgte. Von der Regierungsbehörde wurde 1944 zwar festgelegt, dass die Schule zum 1. Mai 1945 durch die Inspektion der „Deutschen Heimschulen“ verstaatlicht werden sollte, doch Terminverschiebungen und eine Verzögerung von Baumaßnahmen am „Goethehaus“ verhinderten dies. In der Folge wurde angeordnet, dass das „Goethehaus“ an einen RĂŒstungsbetrieb verpachtet werden sollte.cite-ref-19[19]

Neubeginn nach 1945

Auf Betreiben von Geheeb, der nach 1945 nicht mehr nach Deutschland bzw. an die Odenwaldschule zurĂŒckkehrte und gegen Heinrich Sachs votierte, dessen wiederholte Anfragen er unbeantwortet ließ, ĂŒbernahm Minna Specht Anfang 1946 die Schulleitung mit Billigung der US-MilitĂ€rverwaltung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Unterrichtssystem der Schule mehrfach reformiert. 1963 wurde sie UNESCO-Projektschule. Die Schule war Mitglied im Schulverbund Blick ĂŒber den Zaun. Anfang der 70er Jahre kaufte der TrĂ€gerverein der Odenwaldschule die Liegenschaft und GebĂ€ude von den Erben der Familie Cassirer. Unter der Schulleitung von Walter SchĂ€fer gelang es, das Ansehen der Schule als „Vorzeigeinternat“ der Reform- und liberalen PĂ€dagogik zu erneuern bzw. zu etablieren, was sich bis in die 1980er Jahre in der „Ära Becker“ unkritisch fortsetzte.

Integrierte Gesamtschule

Die Odenwaldschule war eine integrierte Gesamtschule. Durch das Engagement der Firma Freudenberg/Weinheim, die in den 1960er Jahren Lehrlinge als Stipendiaten zur Ausbildung auf die Odenwaldschule schickte, wurde der Ausbau der WerkstĂ€tten vorangetrieben, so dass SchĂŒler eine duale Ausbildung zum Schreiner oder Schlosser mit staatlichen AbschlĂŒssen neben dem Fachabitur oder Vollabitur durchlaufen konnten; auch die Ausbildungen zum Informationstechnischen Assistenten (ITA) oder zum Chemisch-Technischen Assistenten (CTA) waren neben dem Abitur möglich. Seit 2013 war ebenfalls eine Ausbildung zum Medien- und Gestaltungstechnischen Assistenten möglich.

Leben auf der Odenwaldschule

Es gab zuletzt 250 SchulplĂ€tze; Ende 2011 besuchten etwa 200 SchĂŒler die Odenwaldschule.cite-ref-ssp-1-1[1] 2010 waren etwa die HĂ€lfte der SchĂŒler aus Hessen, ein FĂŒnftel direkt aus dem Landkreis Bergstraße und „knapp ein Drittel Jugendamtskinder“, deren Anteil sich in der Zeit Gerold Beckers signifikant erhöht hatte.cite-ref-20[20]cite-ref-21[21] Die meisten lebten im Internat in familienĂ€hnlichen Wohngruppen von sechs bis zehn Personen. Die KlassenstĂ€rke lag bei durchschnittlich 17 SchĂŒlern. Etwa die HĂ€lfte der rund 120 Mitarbeiter unterrichtete an der Schule.

Kosten

FĂŒr einen Internatsplatz waren monatlich 2.370 € zu zahlen (Stand Schuljahr 2012/13); fĂŒr schulbegleitende Ausbildungen wurde eine zusĂ€tzliche GebĂŒhr erhoben. Externe zahlten einen niedrigeren Satz.cite-ref-22[22]cite-ref-23[23]

Systematischer sexueller Missbrauch

Im Jahr 1999 wurden durch einen Artikel Jörg Schindlers in der Frankfurter Rundschau erstmals Berichte ehemaliger SchĂŒler bekannt, nach denen in den 1970er bis in die 1980er Jahre der damalige Schulleiter Gerold Becker mehrere SchĂŒler systematisch und ĂŒber einen langen Zeitraum sexuell missbraucht hatte.cite-ref-fr-171199-24-0[24]cite-ref-25[25] Andreas Huckele, der die Odenwaldschule von 1981 bis 1988 besucht hatte und im Zeitungsartikel mit dem Pseudonym „JĂŒrgen Dehmers“ geschĂŒtzt wurde, und „Thorsten Wiest“ (Pseud.) hatten sich bereits im Juni 1998 in einem Brief an den damaligen Schulleiter Wolfgang Harder und 26 Mitarbeiter gewandt und ihn mit diesen VorwĂŒrfen konfrontiert und Konsequenzen gefordert, nachdem sie erfahren hatten, dass Becker Anfang 1998 als Aushilfslehrer wieder an die Odenwaldschule zurĂŒckgekehrt war und Huckele 1997/98 zudem zwei Briefe an Becker persönlich geschrieben und von diesem eine Stellungnahme gefordert hatte.cite-ref-26[26]

In der Folge trafen sich die beiden „AltschĂŒler“ mit Schulleiter Wolfgang Harder, dem Lehrer Peter Dehnert und dem damaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Peter Conradi als Vize-Vorsitzender des TrĂ€gervereins zu einem GesprĂ€ch und vereinbarten eine Aufarbeitung der MissbrauchsfĂ€lle, die jedoch nicht stattfand. Die Schulleitung ließ lediglich mitteilen, dass Gerold Becker „gegenĂŒber dem Vorstand den Aussagen der Betroffenen nicht widersprochen und seine Funktionen und Aufgaben im TrĂ€gerverein und im Förderkreis der Odenwaldschule niedergelegt“ habe. Der Vorstand, der die VorwĂŒrfe geprĂŒft hatte, war zu dem Ergebnis gekommen, sie seien nach fast 15 Jahren nicht mehr „strafrechtlich relevant“.cite-ref-fr-171199-24-1[24]

Aufarbeitung und EntschÀdigung

Als am 17. November 1999 Jörg Schindlers ganzseitiger Artikel ĂŒber sexualisierte Gewalt an der Odenwaldschule erschien, fĂŒhrte dies zu keiner nennenswerten öffentlichen Debatte; weder berichteten andere Medien darĂŒber noch reagierten Politik oder Strafverfolgungsbehörden. Dagegen kritisierte Florian Lindemann als damaliger Sprecher der „AltschĂŒler“ die Berichterstattung in einem erst spĂ€ter veröffentlichten Leserbrief scharf. Schindler warf er „Sensationsjournalismus“ und „Missbrauch des Missbrauchs“ vor und unterstellte ihm „ProfilbedĂŒrftigkeit“.cite-ref-27[27] Die strafrechtliche Aufarbeitung in der Causa Becker war bereits 1999 von der Staatsanwaltschaft Darmstadt wegen VerjĂ€hrung eingestellt worden.

Erst im Kontext der im Januar 2010 bekannt gewordenen MissbrauchsfĂ€lle am Canisius-Kolleg Berlin und im Vorfeld der Hundertjahrfeier der Odenwaldschule strengte die seit 2007 als Schulleiterin amtierende Margarita Kaufmann eine erneute Untersuchung an und forderte AufklĂ€rung. Im Jahr 2009 fanden auf Einladung Kaufmanns drei Treffen von Vertretern der Odenwaldschule mit vom Missbrauch betroffenen ehemaligen SchĂŒlern (u. a. Andreas Huckele, Thorsten Wiest und Gerhard Roese) in Frankfurt statt; weitere Beteiligte waren Benita von Daublebsky als Vertreterin des TrĂ€gerverein-Vorstands, der ehemalige Lehrer Salman Ansari und die Filmemacherin Luzia Schmid.cite-ref-28[28] Kaufmann sprach spĂ€ter von 33 ihr bekannten Opfern, die sich bis MĂ€rz 2010 bei ihr gemeldet hatten und von acht Lehrern, die sich zwischen 1966 und 1991 sexueller Übergriffe schuldig gemacht haben sollen.cite-ref-spon-684065-29-0[29] Kaufmann war, nach eigenen Angaben, als Kind selbst Opfer sexueller Gewalt geworden.cite-ref-30[30]

Als weiterer HaupttĂ€ter neben Becker war in den Frankfurter GesprĂ€chen der 2006 verstorbene, langjĂ€hrige Musiklehrer Wolfgang Held benannt worden, der von 1966 bis 1989 an der Odenwaldschule unterrichtete und wie Becker mit seiner Internats-„Familie“ im „Herderhaus“ unter einem Dach lebte: Becker im Erdgeschoss, Held in der Mansardenwohnung.cite-ref-31[31] Die Frankfurter Rundschau berichtete am 6. MĂ€rz 2010,cite-ref-32[32] dass ehemalige Missbrauchsopfer bei Held von 50 bis 100 Übergriffen ausgehen. Held unternahm Urlaubsreisen mit seinen Opfern nach Griechenland, zu denen er mehrere befreundete PĂ€derasten mitnahm. In der WaldhĂŒtte eines Unternehmers in der NĂ€he von Heidelberg prĂ€sentierte er auf Partys „seine Jungs“ zur Prostitution. Wie spĂ€ter bekannt wurde, begannen die Übergriffe Helds bereits 1966. Die damals 8- bis 12-jĂ€hrigen Betroffenen hatten sich 1967 an den damaligen Schulleiter Walter SchĂ€fer gewandt und diesem von wiederholten sexuellen Übergriffen Helds sowie des Deutschlehrers Gerhard Trapp berichtet.cite-ref-33[33] WĂ€hrend Trapp die Schule 1968 verlassen musste, genoss Held weiter das Vertrauen SchĂ€fers und konnte bleiben.cite-ref-34[34]

Auch MĂ€dchen wurden von den Lehrern der Schule sexuell genötigt und vergewaltigt.cite-ref-35[35] Die Schriftstellerin Amelie Fried, die von 1969 bis 1975 SchĂŒlerin der Odenwaldschule war, schilderte 2010, wie sich ihr „Familienvater“ in den MĂ€dchen-Duschraum gedrĂ€ngt habe. Er habe die MĂ€dchen „zu Strip-Poker-Runden in seiner Wohnung“ genötigt. Freunde hĂ€tten Andeutungen ĂŒber die Vorliebe Beckers „fĂŒr kleine Jungs gemacht“, derweil die Lehrer es geschafft hĂ€tten, dass die Opfer die Schuld vor allem bei sich selber suchten.cite-ref-36[36]

Insgesamt sechs von 13 Ermittlungsverfahren, darunter eines gegen Wolfgang Harder wegen des Verdachts auf Strafvereitelung im Amt, stellte die Staatsanwaltschaft Darmstadt bis zum 2. Mai 2010 wieder ein. Ende Mai 2010 wurde noch gegen sechs ehemalige Lehrer und einen SchĂŒler ermittelt.cite-ref-37[37]cite-ref-faz-1981141-38-0[38] In keinem der FĂ€lle kam es zu einem Rechtsurteil.

Wenige Monate vor seinem Tod bat Gerold Becker im MĂ€rz 2010 in einem Brief an die Odenwaldschule seine Opfer um Entschuldigung und schrieb, er erneuere sein 1999 (nach den ersten Berichten) geĂ€ußertes GesprĂ€chsangebot.cite-ref-39[39] Am 7. Juli 2010 starb Becker, dessen Taten als verjĂ€hrt galten, ohne jemals strafrechtlich zur Verantwortung gezogen worden zu sein.cite-ref-40[40]

Eine EntschĂ€digung lehnte die Leitung der Odenwaldschule in einem Brief an die Opfer im Juli 2010 zunĂ€chst ab.cite-ref-41[41] Im September 2010 wurde dann doch eine finanzielle EntschĂ€digung fĂŒr 50 betroffene ehemalige SchĂŒler zugesagt. Daneben sollten weitere ungeklĂ€rte FĂ€lle aufgearbeitet werden.cite-ref-42[42]

Im MĂ€rz 2010 forderte Schulleiterin Kaufmann den Vorstand des TrĂ€gervereins auf, zurĂŒckzutreten, was in der Folge erst unter großem öffentlichen Druck geschah.cite-ref-43[43] Die Mehrheit im neuen Vorstand bildeten vorĂŒbergehend ehemalige, darunter auch vom Missbrauch betroffene SchĂŒler wie Adrian Koerfer und Dieter Grah.cite-ref-44[44]

Im April 2010 erschien in der Frankfurter Rundschau die von Jörg Schindler unter der Überschrift Missbrauch und Vertuschung zusammengestellte Chronik des Skandals 1998–2010.cite-ref-45[45]

Im FrĂŒhjahr 2010 beauftragte die Odenwaldschule die Wiesbadener RechtsanwĂ€ltin Claudia BurgsmĂŒller und die ehemalige PrĂ€sidentin des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main Brigitte Tilmann mit der Untersuchung der MissbrauchsfĂ€lle. Der 35-seitige Abschlussbericht wurde am 17. Dezember 2010 vorgelegt und nennt mindestens 132 SchĂŒler zwischen 1965 und 1998 als Opfer von Übergriffen durch Lehrer. Die Juristinnen gaben an, dass die Dokumentation unvollstĂ€ndig sei.cite-ref-abschlussbericht-46-0[46]cite-ref-47[47]

Offizielle Korrespondenzen der Schule, gefunden im Archiv und aufgearbeitet in einer Dissertation, deuten darauf hin, dass es bereits unter der Leitung der GrĂŒnder Paul und Edith Geheeb MissbrauchsfĂ€lle an MĂ€dchen und Jungen gegeben hatte. Jedoch wurde in keinem Fall Anzeige erstattet.cite-ref-spiegel-71892486-48-0[48]cite-ref-49[49]

Im September 2010 grĂŒndete sich der Opferverein Glasbrechen e. V. mit dem Ziel, Menschen zu helfen, die an der Odenwaldschule sexuelle, körperliche und seelische Gewalt erfahren haben. Erster Vorsitzender war Adrian Koerfer, der dieses Amt bis 2016 ausĂŒbte.cite-ref-50[50]cite-ref-51[51]

Im MĂ€rz 2011 erschien die Monographie von Christian FĂŒller: SĂŒndenfall. Wie die Reformschule ihre Ideale missbrauchte. FĂŒller nennt die Schule unter Beckers Leitung ein „pĂ€dagogisches Paradies mit Folterkeller“ nach dem Vorbild einer „aristokratischen Androkratie“. Er spricht von PĂ€dophilen und „KindheitsrĂ€ubern“, die einen Teil der Schule systematisch ĂŒbernommen hĂ€tten.cite-ref-tagesspiegel-4044666-52-0[52]

Ebenfalls 2011 erschien das von Andreas Huckele unter dem Pseudonym „JĂŒrgen Dehmers“ verfasste Buch Wie laut soll ich denn noch schreien?, das den immer wieder ausgesetzten, verzögerten, halbherzigen und letztlich gescheiterten Aufarbeitungsprozess an der Odenwaldschule seit 1999 umfassend dokumentiert.cite-ref-53[53] In seiner Dankesrede 2012 zum Geschwister-Scholl-Preis, der ihm fĂŒr dieses Buch zuerkannt wurde,cite-ref-stern-1932212-54-0[54] kritisierte er, dass die Schule seit dem ersten Artikel in der Frankfurter Rundschau 1999 nichts getan habe.cite-ref-fr-online-20982378-55-0[55]

Tilman Jens, ehemaliger SchĂŒler und von 2010 bis 2014 Mitglied des TrĂ€gervereins der Odenwaldschule, veröffentlichte 2011 das umstrittene Buch Freiwild. Die Odenwaldschule – Ein LehrstĂŒck von TĂ€tern und Opfern. Gleichzeitig kritisierte er in einem Interview im Deutschlandradio die MissbrauchsaufklĂ€rung, sprach in diesem Zusammenhang von „Hysterisierung“ und der „Hatz“ auf angeblich „nachweislich unschuldige“ Lehrer.cite-ref-56[56] Es sei zu Pauschalverurteilungen gekommen, so Jens. Im Buch erwĂ€hnte er ferner „Hausverbote“, die gegen LehrkrĂ€fte auf Grundlage von Beschuldigungen durch einzelne Missbrauchsopfer ausgesprochen worden seien, deren Zeugnisse Jens teilweise in Zweifel zog, indem er auf das PhĂ€nomen der „False memories“ hinwies.cite-ref-57[57] Eine angemessene „GlaubhaftigkeitsprĂŒfung“ sei nicht vorgenommen worden, weder von Seiten der Schulleiterin Kaufmann noch von den fĂŒr den Abschlussbericht 2010 verantwortlichen Juristinnen BurgsmĂŒller und Tilmann, denen Jens vorhielt, den Rechtsgrundsatz des Audiatur et altera pars missachtet zu haben.cite-ref-58[58] Jan KĂŒveler kritisierte in seiner Buchrezension in der Welt, dass sich Jens in der „Verteidigung einzelner womöglich Unschuldiger“ zu Verallgemeinerungen hinreißen lasse, „die von Verharmlosungen kaum zu unterscheiden sind“.cite-ref-59[59] Gerhard Roese, dem Jens UnglaubwĂŒrdigkeit als Zeuge vorgeworfen hatte, kritisierte die Darstellungen von Jens seinerseits als „LehrstĂŒck der Schuldumkehr“.cite-ref-60[60] Dagegen nannte Alan Posener Jens’ Buch ein „wichtiges Buch [
], das hoffentlich den Beginn einer ernsthaften Diskussion um das Tabu des pĂ€dagogischen Eros markiert.“cite-ref-61[61] In seinem letzten, posthum 2021 veröffentlichten Buch Die Freiheit zu leben und zu sterben. Ein Bekenntnis Ă€ußerte sich Jens im RĂŒckblick selbstkritisch: „Heute schĂ€me ich mich, dass ich nicht genau genug hingeschaut habe. Hinweise auf systematischen Missbrauch gab es genug. (
). Die AbgrĂŒnde dieser ReformpĂ€dagogik habe ich erst weit spĂ€ter realisiert.“cite-ref-62[62]

Im Juli 2011 gab die damalige Schulleiterin Kaufmann ihr Amt ab; offiziell begrĂŒndet wurde dies damit, dass sie sich fortan ausschließlich der Aufarbeitung der MissbrauchsfĂ€lle widmen werde.cite-ref-zeit-2011-06-09-63-0[63]

Ohne mediale PrĂ€senz grĂŒndeten im Juli 2011 der Verein Odenwaldschule e. V. sowie die AltschĂŒlervereinigung und Förderkreis der Odenwaldschule e. V. die Stiftung „BrĂŒcken bauen“.cite-ref-64[64]cite-ref-zeit-2012-01-18-65-0[65] Laut Satzung soll die Stiftung vornehmlich die DurchfĂŒhrung und UnterstĂŒtzung von Hilfsmaßnahmen fĂŒr Menschen leiten, die an der Odenwaldschule durch sexualisierte Gewalt körperliche und seelische Verletzung erlitten haben.cite-ref-66[66] Bis zum Juni 2016 gingen nach Darstellung der Stiftung insgesamt 536.000 Euro an die Opfer. Damit sei mittlerweile etwa 45 Betroffenen direkt geholfen worden, heißt es in einem Medienbericht. Nach Auflösung der Schule erklĂ€rte sich das Land Hessen bereit, Geld fĂŒr die EntschĂ€digung von Opfern des sexuellen Missbrauchs an der Odenwaldschule bereitzustellen. Diese finanzielle Hilfe war nötig geworden, da die Stiftung kein Geld mehr vom ehemaligen TrĂ€gerverein bekommen hatte. Bislang hatte die Stiftung unter anderem die Therapiekosten von einigen Opfern ĂŒbernommen.cite-ref-67[67]

Am 28. MĂ€rz 2019 zitierte das Missbrauchsopfer Adrian Koerfer in der Zeit u. a. eine Studie der UniversitĂ€t Rostock, wonach Becker allein mindestens 200 SchĂŒler missbrauchte. Den Recherchen von Jens Brachmann (UniversitĂ€t Rostock), Heiner Keupp, Peter Mosser u. a. zufolge wurden insgesamt mehr als 500 und bis zu 900 SchĂŒler Opfer der sexualisierten Gewalt an der Schule; mehr als zwei Dutzend (also mehr als 24) LehrkrĂ€fte und andere Mitarbeiter der Schule seien an den Verbrechen beteiligt gewesen.cite-ref-68[68] Ihre Studien zu Dimension, Struktur und TĂ€terpersonal der systematischen sexualisierten Gewalt an der Odenwaldschule erschienen 2019 in Buchform.cite-ref-69[69]

Im Mai 2020, zehn Jahre nach Aufdeckung der Taten und rund fĂŒnf Jahre nach Schließung der Odenwaldschule, gab die Stiftung „BrĂŒcken bauen“ bekannt, dass bisher mehr als 573.000 Euro an die Missbrauchsopfer ausgezahlt worden seien. 46 Opfer hĂ€tten EntschĂ€digungszahlungen ĂŒber die Stiftung erhalten. Der Stiftung seien 140 Opfer bekannt, von denen viele aber „bewusst“ keinen Antrag gestellt hĂ€tten beziehungsweise vor einer Antragsstellung zurĂŒckschreckten, „da dies wieder mit einer intensiveren Auseinandersetzung mit dem Thema verbunden wĂ€re“.cite-ref-70[70] AnlĂ€sslich der MahnmalsenthĂŒllung im November 2024 bezifferte die Stiftung die bislang ausbezahlte EntschĂ€digungssumme auf 605.000 Euro. Die Zahl der Opfer, die sich bislang bei der Stiftung gemeldet und Zahlungen bekommen haben, wurde mit 50 Personen angegeben.cite-ref-71[71]

EntstehungszusammenhÀnge

In einer Zusammenfassung der Ergebnisse ihrer Studie zur „Odenwaldschule als Leuchtturm der ReformpĂ€dagogik und als Ort sexualisierter Gewalt“ beschreiben Heiner Keupp und Peter Mosser das als Reaktion auf die NS-Zeit angelegte pĂ€dagogische Konzept der Nachkriegsjahre als eines, das Kinder und Jugendliche zu Selbst- und Mitverantwortung ermutigen und ĂŒber partizipatorisches Lernen einen Ort demokratischer Lernkultur schaffen sollte. „Ein differenziertes und strenges Regelsystem sollte das pĂ€dagogische Modell und seine kontinuierliche Weiterentwicklung absichern.“ Den Zeitgeist der 1970er Jahre nutzend, habe Gerold Becker als Schulleiter mit seiner Reformrhetorik einen scheinbaren Liberalisierungsprozess angestoßen, gerichtet auf „flexible Beziehungsgestaltung“ und auf eine willkĂŒrliche Heimordnung anstelle starrer Regelkontrolle. „So entstand die Basis fĂŒr ein sexuelles Missbrauchssystem.“cite-ref-72[72]

Becker habe gegenĂŒber schulinternen Kritikern die Oberhand behalten, weil er RĂŒckendeckung durch den Vorstand der Odenwaldschule und durch ein mĂ€chtiges Netzwerk von UnterstĂŒtzern innerhalb und außerhalb der Schule erhalten habe. „Eine externe Schulaufsicht, die hier hĂ€tte gegensteuern mĂŒssen, griff nicht ein.“ Es sei ein GefĂ€hrdungsmilieu entstanden. „SchĂŒlerinnen und SchĂŒler wurden von PĂ€dagogen in Beziehungen verstrickt, die von emotionaler Ausbeutung und sexueller Aufladung geprĂ€gt waren. Diese Verstrickungen geschahen hĂ€ufig in weitgehend autonom organisierten, familienĂ€hnlichen IntimrĂ€umen.“ Den Kindern und Jugendlichen habe in dieser Lage kein Regulativ zur VerfĂŒgung gestanden, das ihnen geholfen hĂ€tte, „den verbrecherischen Charakter der Missbrauchsverstrickung zu entlarven.“ Sie seien durch Ringe des Schweigens daran gehindert worden, ihre Erlebnisse mitzuteilen. Die dennoch von einigen ausgesendeten Signale seien unbeantwortet geblieben. Die Aufrechterhaltung von Geheimhaltungsstrukturen unter den LehrkrĂ€ften sei unter anderem mit mangelndem Wissen ĂŒber sexualisierte Gewalt, mit der AbhĂ€ngigkeit der Lehrer von Schule und Schulleitung und mit einem teils unkritischen Glauben an die „heile Welt“ der Odenwaldschule zu erklĂ€ren. Um sexualisierte Gewalt in pĂ€dagogischen Einrichtungen kĂŒnftig unwahrscheinlicher zu machen, empfehlen Keupp und Mosser „eine enge Verzahnung von Aufarbeitung, PrĂ€vention und Intervention“.cite-ref-73[73]

LehrerkĂŒndigung wegen Kinderpornos und Entlassung der Schulleitung

Am 9. April 2014 wurde im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens wegen Kinderpornografie die Lehrerwohnung eines seit 2011 unterrichtenden PĂ€dagogen durchsucht. Der beschuldigte Lehrer gab zu, vor seiner Anstellung an der Odenwaldschule entsprechende Dateien aus dem Internet heruntergeladen zu haben. Die Schulleitung entließ den Mann daraufhin. Der Landrat Matthias Wilkes kritisierte die Schulleitung, da diese die versprochene Transparenz nicht eingehalten habe.cite-ref-spon-968495-74-0[74]cite-ref-welt-127115856-75-0[75] Der TrĂ€gerverein entließ Schulleiter Siegfried DĂ€schler-Seiler und Internatsleiterin Juliana Volkmar im Juli 2014.cite-ref-76[76] Zuvor hatte Internatsleiterin Volkmar ein von einer Arbeitsgruppe aus Konferenzvertretern, Vertretern der SchĂŒlerschaft und einem Mitglied des Vorstandes des TrĂ€gervereins erarbeitetes Konzept zur Neuorganisation der Internatsbetreuung vorgelegt, dem zufolge die Doppelfunktion von Lehrer/Heimerzieher aufgehoben werden sollte.cite-ref-77[77] Das Arbeitsgericht Darmstadt urteilte spĂ€ter, dass die KĂŒndigung des Schulleiters Siegfried DĂ€schler-Seiler rechtswidrig und unwirksam gewesen sei.cite-ref-78[78]

Der 2014 entlassene, ursprĂŒnglich wegen Kindesmissbrauchs und Besitzes von Kinderpornographie angeklagte Lehrer Frank G. wurde 2016 vom Landgericht Darmstadt in zweiter Instanz wegen Besitzes von Kinderpornographie zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf BewĂ€hrung verurteilt.

Rettungsversuche und Ende des Schulbetriebs

Im Februar 2015 stellte Gerhard Herbert als Vorsitzender des TrĂ€gervereins ein Leitungsteam aus Schulleiter Rainer Blase (* 1965), Internatsleiterin Sonya Mayoufi (* 1973) und GeschĂ€ftsfĂŒhrer Marcus Halfen-Kieper (* 1967) vor.cite-ref-welt-de-79-0[79] Der Amtsantritt von Blase, der noch an einer anderen Schule unter Vertrag stand, war fĂŒr den Beginn des Schuljahres 2015/16 geplant, bis dahin lag die kommissarische Schulleitung bei Jan Fuchs (Oberstufenleiter der OSO). Das neue Leitungsteam versuchte, Vertrauen in die Odenwaldschule aufzubauen und dem Organisationsversagen der letzten Jahre ein Ende zu setzen.cite-ref-s-ddeutsche-de-80-0[80] Die TrĂ€gerschaft der Schule sollte auf eine Stiftung und eine gemeinnĂŒtzige GmbH ĂŒbertragen werden.cite-ref-faz-net-81-0[81] Am 25. April 2015 tagte der Schulverein, anschließend teilte dessen Vorsitzender Gerhard Herbert mit, „man habe feststellen mĂŒssen, wieviel Kredit und Vertrauen die Schule verspielt habe“: die Schule habe kein neues Geld akquirieren können. Daher werde das Schuljahr 2014/2015 das letzte sein.cite-ref-82[82] Am 15. Juni 2015 verkĂŒndete die Schulleitung, dass die finanziellen Mittel fĂŒr den Fortbestand der Schule aufgebraucht seien und die Fondslösung aufgrund von rechtlichen Schwierigkeiten in der Zeit nicht zu realisieren gewesen sei.cite-ref-83[83] Am 16. Juni 2015 meldete der TrĂ€gerverein seine ZahlungsunfĂ€higkeit.cite-ref-84[84] Das neue Leitungsteam wurde im Streit mit der Insolvenzverwalterin am 27. Juli 2015 vom TrĂ€gerverein entlassen.cite-ref-hessenschau-85-0[85] In einem internen Schreiben an Eltern und Mitarbeiter hatten Mayoufi und Halfen-Kieper wenige Tage zuvor mitgeteilt, dass sie nicht zur VerfĂŒgung stĂŒnden, da „eine ‚neue’ Schule, nicht zuletzt wegen der schrecklichen Vergangenheit, von Verantwortungsbewusstsein und Vertrauen geprĂ€gt sein mĂŒsste. Dieses Vertrauen sei aber nicht vorhanden.“cite-ref-86[86] Die Insolvenzverwalterin gab in einer PresseerklĂ€rung an, dass Halfen-Kieper „aufgrund fehlender betriebswirtschaftlicher Kenntnisse das Anforderungsprofil nicht erfĂŒlle“ und zudem eine „WeiterbeschĂ€ftigung (
) auch aufgrund seiner persönlichen Beziehung zu Mayoufi auf gleichberechtigter Leitungsebene nicht möglich sei“.cite-ref-87[87]

Vor Gericht gingen beide erfolgreich gegen die (fristlosen) KĂŒndigungen vor.cite-ref-88[88] Im Laufe des FrĂŒhlings 2015 hatten die SchĂŒler durch Plakatierungen und Spendenaufrufe versucht, die Odenwaldschule zu retten. Es gelang ihnen, bis Juni 2015 den gesamten Betrag von 2,5 Millionen Euro, der fĂŒr eine WeiterfĂŒhrung benötigt wurde, zu sammeln.cite-ref-89[89] Trotzdem entschied sich das Kultusministerium aus unbekannten GrĂŒnden, den Fortbestand nicht zu genehmigen.

Nachdem der Landesrechnungshof keine „wirtschaftliche TragfĂ€higkeit“ fĂŒr einen Weiterbetrieb gesehen hatte, erteilten das Kultus- und das Sozialministerium als zustĂ€ndige Behörden der geplanten FortfĂŒhrung der Odenwaldschule unter neuem Namen am 2. September 2015 keine Betriebserlaubnis und widerriefen alle bestehenden Erlaubnisse der bisherigen Odenwaldschule.cite-ref-90[90] Im Februar 2016 wurde das SchulgelĂ€nde mit seinen denkmalgeschĂŒtzten GebĂ€uden vom Insolvenzverwalter zum Verkauf ausgeschrieben. Eine Gruppe von Eltern und Sponsoren, die bereits zuvor versucht hatten, den Schulbetrieb unter dem Namen Schuldorf Lindenstein weiterzufĂŒhren, beurteilte diese Entwicklung positiv, da nun ein bereits seit lĂ€ngerem interessierter Investor zum Zuge kommen könne.cite-ref-91[91] Das bewegliche Inventar der KlassenrĂ€ume und WerkstĂ€tten sowie die Bibliothek wurden im August 2016 versteigert, der Erlös floss in die Insolvenzmasse. Einige GrundstĂŒcke des ehemaligen SchulgelĂ€ndes waren zu diesem Zeitpunkt bereits verĂ€ußert, fĂŒr die ĂŒbrigen Immobilien liefen konkrete Verhandlungen.cite-ref-92[92] Der Verkauf der Immobilie erfolgte im November 2016 an eine Mannheimer Unternehmerfamilie. Über die genaue IdentitĂ€t des KĂ€ufers und seine PlĂ€ne fĂŒr das GelĂ€nde wurde zunĂ€chst Stillschweigen vereinbart. Das GebĂ€udeensemble sollte im Sinne des Denkmalschutzes erhalten und einer neuen Nutzung zugefĂŒhrt werden.cite-ref-hessenschau-verkauf-93-0[93]cite-ref-94[94] Nach Bekanntwerden des Verkaufs teilte die aus Eltern und Sponsoren bestehende Initiative Schuldorf Lindenstein das Ende ihrer BemĂŒhungen mit. Durch den Verkauf an die Mannheimer Unternehmerfamilie Schaller seien alle PlĂ€ne zur WeiterfĂŒhrung als Schule hinfĂ€llig geworden.cite-ref-faz-14554125-95-0[95]

Das Archiv der Schule wurde Anfang 2016 vom Insolvenzverwalter dem Hessischen Staatsarchiv Darmstadt ĂŒbergeben,cite-ref-96[96] um es zu sichern und um es unter Beachtung der Datenschutzbestimmungen der wissenschaftlichen Forschung zugĂ€nglich zu machen.cite-ref-97[97] Seit 2017 ist das Schularchiv auf der Seite des Hessischen Staatsarchivs Darmstadt ĂŒber ein Findbuch erschlossen und einsehbar; eingeschrĂ€nkt nutzbar sind personenbezogene Lehrer- und SchĂŒlerakten, die noch Sperrfristen unterliegen.cite-ref-98[98]

Das komplette Schulinventar wie Tische, StĂŒhle, Wandtafeln sowie die Maschinen aus den Holz- und Metall-WerkstĂ€tten wurde im Juni 2016 bei einer Online-Auktion versteigert, um mit dem Erlös die Forderungen von GlĂ€ubigern zu erfĂŒllen.cite-ref-99[99]

Stellungnahme der staatlichen Aufsichtsbehörden

Nachdem die Betriebserlaubnis fĂŒr den Heimbetrieb und die Schulgenehmigungen nicht auf das geplante „Schuldorf Lindenstein“ ĂŒbertragen worden waren, ĂŒbernahm das Land Hessen die Finanzierung der vom TrĂ€gerverein der Odenwaldschule beauftragten wissenschaftlichen Aufarbeitung der MissbrauchszusammenhĂ€nge durch das IPP MĂŒnchen und die UniversitĂ€t Rostock. Im FrĂŒhjahr 2019 wurden von beiden Instituten die Ergebnisse vorgestellt. In diesem Zusammenhang rĂ€umte der hessische Sozialminister Kai Klose das Versagen staatlicher Aufsichtsbehörden ein: „FĂŒr das Versagen staatlicher Stellen bitte ich all die, denen Leid widerfuhr, um Entschuldigung.“cite-ref-100[100]cite-ref-101[101]

Wohnpark Ober-Hambach

Im April 2017 stellte die neue EigentĂŒmerin, die Mannheimer Werbeagentur Schaller & Partner, PlĂ€ne vor, auf dem GelĂ€nde der ehemaligen Odenwaldschule ein Wohn- und Ferienpark fĂŒr 300 Personen entstehen zu lassen. Angrenzende Wiesen wurden zugekauft und damit das GelĂ€nde auf mehr als 45 Hektar vergrĂ¶ĂŸert. Zum geplanten „Wohnpark Ober-Hambach“ sollten auch SportplĂ€tze und Ferienwohnungen gehören. Außerdem war ein kleines Museum zur Geschichte der Odenwaldschule geplant.cite-ref-102[102] Die Vermietungen der sukzessiv sanierten und modernisierten HĂ€user und Wohnungen im neuen „Wohnpark Ober-Hambach“ begannen 2018. Im Wettsteinhaus, im ehemaligen Mittelstufenzentrum, in der alten Schlosserei und im Herderhaus wohnen bereits seit 2019 Dauermieter, inzwischen auch im Fichte- und Schillerhaus, wo Zwei- bis Sechszimmer-Wohnungen zur Vermietung angeboten werden (Stand 2021).cite-ref-103[103] Das „Goethehaus“-HauptgebĂ€ude wird aktuell (2023) saniert und soll kĂŒnftig ein Hotel garni sowie eine Weinstube beherbergen.cite-ref-104[104] Auf dem durch eine entsprechende Beschilderung als „PrivatgrundstĂŒck“ ausgewiesenen Areal des „Wohnparks Ober-Hambach“ ist der „Durchgang und (die) Durchfahrt“ fĂŒr Unbefugte inzwischen verboten.

Gedenken

Das projektierte Museum resp. ein Gedenkraum in einem der SchulgebĂ€ude konnte aus finanziellen GrĂŒnden nicht realisiert werden; Glasbrechen e. V. sah sich außerstande, die erforderlichen Mietkosten zu tragen. Der GrundstĂŒckseigentĂŒmer sicherte lediglich zu, dass die 2010 zum Gedenken an die Opfer hinter dem LaborgebĂ€ude errichtete Metallskulptur „Keimen und Wachsen“ des ehemaligen SchĂŒlers Daniel Brenner,cite-ref-105[105] ausgefĂŒhrt von Kunstschlosser Martial Herbst, auf dem GelĂ€nde stehen bleiben könne.cite-ref-106[106]

Ausgehend von Überlegungen und einem Entwurf Adrian Koerfers wurde seit 2021 ĂŒber die Schaffung eines neuen Mahnmals diskutiert, das als ein zentraler, dauerhafter und öffentlicher Gedenkort der systematischen, jahrzehntelangen sexualisierten Gewalt und ihrer zahlreichen Opfer gerecht werden solle. UnterstĂŒtzung hierfĂŒr kam vom damaligen Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, dem frĂŒheren BergstrĂ€ĂŸer Landrat Matthias Wilkes (CDU), dem GrĂŒnen-Landtagsabgeordneten Marcus Bocklet und Brigitte Tilmann, wĂ€hrend die Vorsitzende des Opfervereins Glasbrechen, Sabine Pohle, keine Notwendigkeit fĂŒr ein solches Mahnmal sieht und die Skulptur Brenners fĂŒr angemessen und ausreichend erachtet. Bereits im Juni 2021 hatte ein von Koerfer zusammengestelltes Gremium, dem drei Professoren der Hochschule fĂŒr Gestaltung Offenbach am Main und drei Vertreter der Politik angehörten, aus sieben eingereichten, anonymisierten EntwĂŒrfen den Mahnmalsentwurf Koerfers ausgewĂ€hlt und zur Umsetzung empfohlen. Im Juli 2023 wurde berichtet, dass eine Einigung erzielt worden sei, nachdem der EigentĂŒmer des Areals der Installation eines dauerhaften, öffentlich zugĂ€nglichen Mahnmals zugestimmt habe. Dieses erhebe weder den Anspruch, „fĂŒr alle die Hunderte von SchĂŒlerinnen und SchĂŒler zu stehen, die von den 1960er- bis in die 90er-Jahre hinein an dem Internat in Heppenheim missbraucht worden waren“, noch solle es die „versteckt auf dem GelĂ€nde stehende“, nunmehr als „Denkmal“ bezeichnete Skulptur Daniel Brenners ersetzen, so Koerfer. Das Land Hessen hatte in der Vergangenheit bereits zugesagt, die Kosten fĂŒr das geplante Mahnmal zu tragen.cite-ref-107[107]cite-ref-108[108]cite-ref-109[109] Im Januar 2024 wurde bekannt, dass das Land Hessen die Umsetzung des Mahnmalentwurfs konkret mit einem Betrag von 40.000 Euro fördert. Dabei handle es sich, so die Landesregierung, um einen „weiteren, wichtigen Baustein der Erinnerungskultur.“cite-ref-110[110]

Am 18. November 2024, knapp ein Jahrzehnt nach der Schließung der Odenwaldschule, wurde das von Adrian Koerfer entworfene und nahe der Einfahrt zum Wohnpark errichtete Mahnmal in einer Gedenkveranstaltung der Öffentlichkeit vorgestellt.cite-ref-111[111] Es besteht aus drei aneinander gelehnten, ĂŒber drei Meter hohen, TĂŒrblĂ€tter darstellenden Stahlplatten, bei denen am oberen Rand jeweils unerreichbare TĂŒrgriffe und SchlĂŒssellöcher angebracht sind. FĂŒr die UnabhĂ€ngige Beauftragte fĂŒr Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Kerstin Claus, symbolisiert es „die Allmacht der TĂ€ter und das Ausgeliefertsein der Opfer“. Das Mahnmal wird durch eine Texttafel ergĂ€nzt, die ĂŒber Gegenstand und Hintergrund der Installation informiert:

„Dieses Mahnmal erinnert an die vielen hundert Opfer pĂ€dosexueller Verbrecher und Verbrecherinnen an der Odenwaldschule (1910–2015). Mehr als 900 Schutzbefohlene wurden an der Odenwaldschule im Zeitraum von 1966 bis 2015 von vielen mĂ€nnlichen und einigen weiblichen LehrkrĂ€ften immer wieder sexuell ausgebeutet und erniedrigt. (
). Kindesmissbrauch ist Seelenmord. Möge nicht nur an diesem Tatort der Opfer sexualisierter Gewalt gedacht werden.“

Finanziert wurde das Mahnmal durch das Land Hessen, das wie angekĂŒndigt 40.000 Euro beisteuerte, und durch den Kreis Bergstraße, der 15.000 Euro der Kosten ĂŒbernahm. Die Stadt Heppenheim kommt fĂŒr Pflege und Unterhalt auf.cite-ref-112[112]

Mehrere Betroffene und der Verein Glasbrechen hatten im Vorfeld Kritik an der Errichtung des Mahnmals an diesem Ort geĂ€ußert. Der Verein habe sich eine andere Stelle fĂŒr das Mahnmal, beispielsweise in Frankfurt am Main oder Wiesbaden, gewĂŒnscht; am Ort der Aufsichtsbehörden, deren Versagen das Missbrauchssystem der Odenwaldschule mit ermöglicht hatte.cite-ref-113[113]

Persönlichkeiten

Schulleiter

‱ 1910–1934: Paul Geheeb
‱ 1934–1945: Heinrich Sachs, bis 1939 zusammen mit Werner Meyer
‱ 1945–1951: Minna Specht
‱ 1951–1962: Kurt Zier
‱ 1962–1972: Walter SchĂ€fer
‱ 1972–1985: Gerold Becker
‱ 1985–1999: Wolfgang Harder
‱ 1999–2007: Whitney Sterling
‱ 2007–2011: Margarita Kaufmann
‱ 2011–2012: Katrin Höhmann (kommissarische Schulleitung), Roland Kubitza (Internatsleitung)
‱ 2012–2013: Meto Salijevic (GeschĂ€ftsfĂŒhrung), Katrin Höhmann (Schulleitung), Roland Kubitza (Internatsleitung)
‱ 2013–2014: Meto Salievic (GeschĂ€ftsfĂŒhrung), Siegfried DĂ€schler-Seiler (Schulleitung), Juliana Volkmar (Internatsleitung)
‱ 2014: Meto Salijevic (GeschĂ€ftsfĂŒhrung), Jan Fuchs (Schulleitung, kommissarisch)
‱ 2015: Marcus Halfen-Kieper (GeschĂ€ftsfĂŒhrung), Jan Fuchs (Schulleitung, kommissarisch), Sonya Mayoufi (Internatsleitung)

Lehrer (Auswahl)

‱ Hartmut Alphei (1940–2020), Geschichtslehrer, Gemeinschaftskunde, Sozialkunde und Latein von 1970 bis 2002, Redaktion mehrerer OSO-Hefte, Autor verschiedener AufsĂ€tze zur Schulgeschichte
‱ Salman Ansari (geb. 1941), Chemielehrer von 1974 bis 2005, PĂ€dagogischer Leiter des CTA-Projekts, stellte sich als einziger Lehrer 1998 vorbehaltlos auf die Seite der vom Missbrauch betroffenen SchĂŒler
‱ Gerold Becker (1936–2010), Lehrer (Religion, Philosophie, PĂ€dagogik, Psychologie) von 1969 bis 1985 und nochmals 1998, Schulleiter von 1972 bis 1985, MissbrauchstĂ€ter, „HaupttĂ€ter“cite-ref-114[114]
‱ Joachim Georg Boeckh (1899–1968), Literaturwissenschaftler, wurde 1931 wegen sexueller Verfehlungen in Wickersdorf entlassen und kam 1934 als Lehrer in die „Gemeinschaft der Odenwaldschule“, seit 1938/39 dort mit Leitungsfunktionen
‱ Otto Friedrich Bollnow (1903–1991), Philosoph und PĂ€dagoge, Lehrer 1925–1926
‱ Reimund Bommes (geb. 1952), von 1980 bis 2009 Lehrer in Mathematik und Physik, Schulkonferenzleiter, IT-Beauftragter der Schule
‱ Klaus Bregler (geb. 1940), 1976–2005 Lehrer in Deutsch, Geschichte und Sport, galt als Kritiker des Schulleiters Gerold Becker
‱ Karl BĂŒchsenschĂŒtz (geb. 1942), 1960–1963 SchĂŒler, 1971–1981 Lehrer fĂŒr Deutsch und Geschichte und stellvertretender Schulleiter unter Gerold Becker.
‱ Reinhard Buchwald (1884–1983), Literatur- und Kunsthistoriker, ReformpĂ€dagoge, Lehrer von 1930 bis 1932
‱ Bernhard Bueb (geb. 1938), Lehrer von 1972 bis 1974
‱ Benita von Daublebsky (1937–2019), Schulpsychologin, Lehrerin von 1971 bis 1973, im TrĂ€gervereins-Vorstand von 1988 bis 2010
‱ Peter Dehnert (geb. 1944), seit 1979 Lehrer, unterrichtete Chemie und allgemeine Naturwissenschaften, Mitarbeiter am CTA-Projekt; neben Wolfgang Harder als SchulreprĂ€sentant bei dem Frankfurter GesprĂ€ch 1998 mit den ehemaligen SchĂŒlern Huckele und „Wiest“ zugegencite-ref-115[115]
‱ Theo Dietrich (1917–2003), Erziehungswissenschaftler, von 1949 bis 1951 Lehrer an der Odenwaldschule, danach Professor in Bremen und ab 1975 in Bayreuth
‱ Ewald DĂŒlberg (1888–1933), Kunstmaler und Graphiker, 1919/20 Kunstlehrer, fĂŒr das Pestalozzihaus fertigte er Wandmalereien
‱ Wolfgang Edelstein (1929–2020), Sozial- und Erziehungswissenschaftler, Direktor am Max-Planck-Institut fĂŒr Bildungsforschung, Lehrer von 1954 bis 1964, von 1961 bis 1964 auch Studienleiter
‱ Gertrude (Trude) Emmerich (1905–1983), evangelische Theologin, Religionslehrerin
‱ Otto Erdmann (1883–1960), Freund und erster Mitarbeiter Paul Geheebs bis 1913, entwickelte zusammen mit Mario Jona bis 1912 die Kurs- und Arbeitsorganisation der Odenwaldschule; grĂŒndete 1926 das Landschulheim Burg Nordeck unter Mithilfe einer Schwester von Geheeb, Anna Geheeb-Lieberknecht
‱ Marina Ewald (1887–1976), Lehrerin 1918/19, bevor sie an die Schule Schloss Salem wechselte
‱ Otto Freidank (1898–?), zĂ€hlte neben Sachs und Meyer zu den wenigen NS-affinen Lehrern der Odenwaldschule, die auch nach der Gleichschaltung 1933 an der Schule bleiben konnten bzw. wollten. Im Juli 1933 wurde der promovierte Mathematiklehrer vom NS-Kultusministerium zum stellvertretenden Schulleiter unter Geheeb ernannt.
‱ Max FĂŒrst (1905–1978), zusammen mit seiner Frau, Margot FĂŒrst, geb. Meisel, Lehrer 1950/51
‱ Edith Geheeb (1885–1982), ReformpĂ€dagogin, GrĂŒnderin der Schule
‱ Paul Geheeb (1870–1961), ReformpĂ€dagoge, GrĂŒnder der Schule
‱ Karl Gleiser (Lebensdaten unbekannt), Lehrer 1933/34; Autor des Artikels: Die Stellung der neuen Mitarbeiter zur Odenwaldschule (Sommer 1933).cite-ref-116[116]
‱ Wolfgang Harder (1939–2023), seit 1983 an der Odenwaldschule, Lehrer fĂŒr Deutsch und Geschichte, 1985–1999 Nachfolger von Gerold Becker als Schulleitercite-ref-117[117]
‱ Philipp Harth (1885–1968), Bildhauer, Lehrer fĂŒr Kunsterziehung von ca. 1920 bis 1930
‱ Wolfgang Held (1924–2006), Adoptivsohn von Wolfgang Fortner, Musiklehrer von 1966 bis 1989, MissbrauchstĂ€ter, „HaupttĂ€ter“cite-ref-118[118]
‱ Siegfried Helmer (geb. 1933), evangelischer Theologe, Religionslehrer, Sozialkunde, Philosophie und Politik von 1970 bis 1996cite-ref-119[119]
‱ Elisabeth Huguenin (1885–1970), Französischlehrerin 1915–1919, Publikationen zur Odenwaldschule (1926) und zu Erziehungs- und Frauenfragen
‱ Alfred Ilgner (1893–1953), Lehrer 1916–1918, Mitarbeiter bei der Zeitschrift Neue Erziehung. Monatszeitschrift fĂŒr Entschiedene Schulreform und freiheitliche Schulpolitik, Organ des Bundes entschiedener Schulreformer.
‱ Heinrich Jacoby (1889–1964), Musiker, von 1919 bis 1922 Leiter der Musikerziehung
‱ Annemarie von Jakimow-Kruse (1889–1977) und Igor von Jakimow (1885–1962), Zeichen- und Kunstlehrer von 1923 bis 1933
‱ Ernest Jouhy (eigentlich Ernst Jablonski) (1913–1988), Kulturwissenschaftler, RĂ©sistance-Mitglied, Lehrer von 1951 bis 1968
‱ JĂŒrgen Kahle (1931–2012), MitbegrĂŒnder der Burg-Waldeck-Festivals; Lehrer von 1968 bis 1992, MissbrauchstĂ€ter, „HaupttĂ€ter“cite-ref-120[120]
‱ Rosa Katz (1885–1976), PĂ€dagogin und Psychologin
‱ Alwine von Keller (1878–1965), PĂ€dagogin und Psychoanalytikerin, seit 1916 Lehrerin an der Odenwaldschule
‱ Otto Kiefer (1876–1955), Publizist, Altphilologe und Jurist, Lehrer fĂŒr Griechisch, Latein und Geschichte 1918–1935, sein Artikel „Der Eros und die Landerziehungsheime“ erschien 1924 unter einem Pseudonym in der Zeitschrift „Der Eigene. Ein Blatt fĂŒr mĂ€nnliche Kultur“.cite-ref-121[121]cite-ref-122[122]
‱ Werner Kirchner (1895–1961), Lehrer von ca. 1923 bis 1933.
‱ Thomas Knop (1928–2011), Deutsch-, Englisch- und Französischlehrer von 1967 bis 1996cite-ref-123[123]
‱ Alfred LandĂ© (1888–1976), Physiker, Musiklehrer ab etwa Dezember 1918
‱ Herta und Uwe Lau, Lehrer von 1971 bis 1976, kĂŒndigten aus Protest gegen die Schulleitung und ihre AmtsfĂŒhrung
‱ Werner Meyer (1899–1977), seit 1927 Lehrer fĂŒr Deutsch, Geschichte und Alte Sprachen, von 1934 bis 1939 mit Heinrich Sachs Schulleiter
‱ Henner MĂŒller-Holtz (geb. 1938), SchĂŒler von 1955 bis 1959; Lehrer fĂŒr Deutsch, Englisch und Geschichte von 1969 bis 2001
‱ Chaim MĂŒntz (1884–1956), Mathematiker und Philosoph, 1914–1916 Lehrer an der Odenwaldschule
‱ Rodolfo Olgiati (1905–1986), Schweizer PĂ€dagoge; Lehrer von 1929 bis 1932
‱ Alexander Priebe (geb. 1962), Sportlehrer seit 1991, Leiter des Archivs der Odenwaldschule seit 2002
‱ Paul Reiner (1886–1932), Chemie und Physik, Lehrer 1913
‱ Anatol von Roessel (1877–1967), Pianist und MusikpĂ€dagoge
‱ Heinrich Sachs (1894–1946), seit 1922 Lehrer fĂŒr Philosophie und Zeichnen; Klaus Mann kam 1922 als SchĂŒler in dessen „Familie“cite-ref-124[124]; von 1934 bis 1945 Schulleiter der gleichgeschalteten „Gemeinschaft der Odenwaldschule“
‱ Barbara Schweigkofler, (1935–2009), Lehrerin von 1965 bis 1995, zusammen mit Gerold Becker Redaktion der OSO-Hefte 1–9 und, mit Wolfgang Harder, 10–15
‱ GĂŒnther Schweigkofler (1932–2015), war von 1965 bis 1995 GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Odenwaldschule
‱ Eva Seligmann (1912–1997), ReformpĂ€dagogin, Lehrerin von 1947 bis 1951
‱ Eva Solmitz-Cassirer (1885–1974), Lehrerin von 1915 bis 1934, Freundin von Edith Cassirer-Geheeb, verheiratet mit deren Bruder Kurt Cassirer, Förderin von Rainer Maria Rilke, nach 1938 Emigration nach England
‱ Theodor Spira (1885–1961), Anglist, Englischlehrer bis 1914, als er wegen unĂŒberbrĂŒckbarer Spannungen mit Geheeb die OSO verlassen musste
‱ Rosemarie Stein (1924–2021), Religionslehrerin 1949–1985, zusammen mit Gertrude Emmerich Verfasserin von: Evangelischer Religionsunterricht an der Odenwaldschule (1962)
‱ Erich (Esra) Steinitz (1902–2001), Chemielehrer 1929–1933, aufgrund seiner jĂŒdischen Herkunft erstes Opfer der SA-Maßnahmen im MĂ€rz 1933
‱ Wilfried Steinbrenner (1943–1975), Komponist und Musiker, Musiklehrer von 1967 bis 1969
‱ Trude St. Goar (1896–1986), Lehrerin bis zur Emigration 1933
‱ Jutta Strippel (geb. 1944), seit 1976 Lehrerin, unterrichtete Deutsch und Latein, seit 1980 Studienleiterin
‱ Peter Suhrkamp (1891–1959), Verleger
‱ Wilhelm Thomsen (1901–1974), Schularzt und Sportlehrer 1926/27
‱ Gerhard Trapp (geb. 1938), Deutschlehrer 1966 bis 1968 (entlassen), Literaturkritiker, MissbrauchstĂ€ter, „HaupttĂ€ter“cite-ref-125[125]
‱ Martin Wagenschein (1896–1988), PĂ€dagoge; Lehrer von 1924 bis 1933
‱ Dagny Wasmund (1933–2015), Lehrerin, Deutsch, Französisch, Sozialkunde, seit 1978
‱ Dietrich Willier (1945–2009), Kunstlehrer und Journalist (taz-MitgrĂŒnder), Lehrer von 1969 bis 1972, MissbrauchstĂ€ter, „HaupttĂ€ter“cite-ref-126[126]
‱ Fritz Wölcken (1903–1992), Lehrer von 1928 bis 1932, Professor fĂŒr Anglistik in MĂŒnchen
‱ Jakob („Jockel“) Zahrt (1907–1944), Lehrer seit 1933, GrĂŒnder der HJ-Gefolgschaft der Odenwaldschule und deren FĂŒhrer bis 1940, danach Wehrmachtsangehöriger. Seine Frau, Hedi Zahrt (Lebensdaten unbekannt), war bis 1945 ebenfalls Lehrerin, zugleich BDM-FĂŒhrerin an der Odenwaldschule
‱ Eduard Zuckmayer (1890–1972), MusikpĂ€dagoge, Lehrer 1934 bis 1935
‱ Emilie Zumbusch (1880–1923), Dr. phil., Lehrerin von 1911 bis 1923

VorstĂ€nde und Mitglieder des TrĂ€gervereins Odenwaldschule e. V. (1949–2015)

‱ Salman Ansari (geb. 1941)
‱ Gerold Becker (1936–2010)
‱ Hellmut Becker (1913–1993)
‱ Henri Cassirer (1911–2004)
‱ Peter Conradi (1932–2016)
‱ Benita von Daublebsky (1937–2019)
‱ Johannes von Dohnanyi (geb. 1952)
‱ Wolfgang Edelstein (1929–2020)
‱ Michael Frenzel (geb. 1949)
‱ Gisela Freudenberg (1923–2021)
‱ Hermann Freudenberg (1924–2010)
‱ Amelie Fried (geb. 1958)
‱ Annemarie von der Groeben (1940–2021)
‱ Gerhard Herbert (geb. 1955)
‱ Otto Herz (1944–2024)
‱ Tilman Jens (1954–2020)
‱ Adrian Koerfer (geb. 1955)
‱ Hans Messer (1925–1997)
‱ JĂŒrgen Raschert (1937–2012)
‱ Sabine Richter-Ellermann
‱ Meto Salijevic
‱ Friedrich Springorum
‱ Philipp Sturz
‱ Richard von WeizsĂ€cker (1920–2015); seit den 1960er Jahren außerdem im Förderkreis der Odenwaldschule e. V. tĂ€tig, bis 2. August 1984 in dessen Vorstand.

SchĂŒler (Auswahl)

‱ Jakob Arjouni (1964–2013), Schriftsteller
‱ Rufus Beck (geb. 1957), Schauspieler, Hörspiel- und Synchronsprecher
‱ Marcel van Beek (geb. 1990), bildender KĂŒnstler
‱ Björn Behrens (geb. 1964), Kameramann und Photograph
‱ Hans Bethe (1906–2005), Physiker
‱ Boien Wenzel Beuys (geb. 1961), KĂŒnstler und Fotograf, Sohn von Joseph Beuys
‱ Thomas Bockelmann (geb. 1955), Schauspieler, Regisseur und Intendant
‱ Barbie Breakout (geb. 1978), Dragqueen, Aktivistin, Autorin
‱ Henry Cassirer (1911–2004), Journalist und Schriftsteller
‱ Daniel Cohn-Bendit (geb. 1945), Politiker
‱ Peter Conradi (1932–2016), Architekt und Politiker
‱ Diether Dehm (geb. 1950), Liedermacher, Musikproduzent und Politiker
‱ Nigel Forbes Dennis (1912–1989), britischer Schriftsteller
‱ Friedrich Dönhoff (geb. 1967), Schriftsteller
‱ Johannes von Dohnanyi (geb. 1952), Journalist
‱ Julia Fischer (geb. 1966), Biologin, Verhaltensforscherin
‱ Ariane „Ari Up“ Forster (1962–2010), Punk-SĂ€ngerin
‱ Amelie Fried (geb. 1958), Moderatorin und Schriftstellerincite-ref-faz-1953251-127-0[127]
‱ Cornelius Gurlitt (1932–2014), Kunstsammler
‱ Klaus Gysi (1912–1999), Politiker in der DDR
‱ Felix Hartlaub (1913–vermutlich 1945), Schriftsteller
‱ Geno Hartlaub (1915–2007), Schriftstellerin
‱ Cornelius (gen. Cornibert) von Heyl zu Herrnsheim (1933–2023), Jurist, ehemaliger PrĂ€ses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland
‱ Otto Herz (1944–2024), ReformpĂ€dagoge, Psychologe und Autor
‱ Hans Hess (1908–1975), Emigrant, britischer Kunsthistoriker
‱ Wolfgang Hildesheimer (1916–1991), Schriftsteller und Maler
‱ Georg Honigmann (1903–1984), Journalist
‱ Andreas Huckele (geb. 1969), Autor, auch unter dem Pseudonym JĂŒrgen Dehmers bekannt
‱ Tilman Jens (1954–2020), Journalist und Buchautor
‱ Armin Kesser (1906–1965), Schriftsteller und Publizist
‱ Adrian Koerfer (geb. 1955), Verlagskaufmann und Kunstsammler
‱ Daniel Koerfer (geb. 1955), Zeithistoriker und Manager
‱ Raymond Klibansky (1905–2005), Philosoph
‱ Max Kruse (1921–2015), Kinderbuchautor
‱ Clemens Kuby (geb. 1947), Dokumentarfilmer und Autor
‱ Felicitas Kukuck (1914–2001), Komponistin
‱ Heinz Walter Lautenbacher (geb. 1947), Fotograf, Sohn von Walter E. Lautenbacher
‱ Klaus Georg Lautenbacher (geb. 1944), Kameramann und Dokumentarfilmer, Sohn von Walter E. Lautenbacher
‱ Paul Lasker-SchĂŒler (1899–1927), Sohn der Dichterin Else Lasker-SchĂŒler, besuchte die Odenwaldschule im Schuljahr 1912/1913, bevor er als erster SchĂŒler ĂŒberhaupt von Schulleiter Paul Geheeb der Schule verwiesen wurdecite-ref-128[128]
‱ Florian Lindemann (1953–2011), von 2003 bis 2010 GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Frankfurter Kinderschutzbundes
‱ Klaus Mann (1906–1949), Schriftsteller
‱ Hans Messer (1925–1997), Unternehmer, 1940 GefolgschaftsfĂŒhrer der HJ in der Odenwaldschule, Abitur 1942
‱ Emiel van Moerkerken (1916–1995), Surrealistischer Fotograf und Filmemacher
‱ John Lorenz Moser (geb. 1985), Musiker (Bonez MC)
‱ Tyll Necker (1930–2001), Unternehmer
‱ Sandra Nettelbeck (geb. 1966), Filmregisseurin und Drehbuchautorin
‱ Isabella Neven DuMont (geb. 1968), Journalistin, Unternehmerin, Verlegerin
‱ Konstantin Neven DuMont (geb. 1969) Unternehmer, Verleger und Moderator
‱ Ernst Erich Noth (1909–1983), Literaturwissenschaftler und Schriftsteller
‱ Rosalinde von Ossietzky-Palm (1919–2000), Pazifistin
‱ Thomas Passarge („Ikarus“) (1966–1992), AIDS-Aktivistcite-ref-129[129]
‱ GĂŒher und SĂŒher Pekinel (geb. 1951), Pianistinnen
‱ Gerda Peterich (1906–1974), Fotografin
‱ Wolfgang Porsche (geb. 1943), Manager
‱ Gerhard Roese (geb. 1962), Bildhauer, Kunsthistoriker und Architektur-Modellbauer
‱ Boris Ruge (geb. 1962), Diplomat
‱ Elisabeth Ruge (geb. 1960), Lektorin und Verlegerin
‱ Dankwart RĂŒstow (1924–1996), Politikwissenschaftler und Soziologe
‱ Ulrich W. Sahm (1950–2024), Journalist und Autor
‱ AndrĂ© Sarrasani (geb. 1972), Zirkusdirektor, Magier und Illusionist
‱ Oda SchottmĂŒller (1905–1943), TĂ€nzerin und Bildhauerin
‱ Hans-Joachim Sohn-Rethel (1905–1955), Maler, Kabarettist und GerĂ€uschimitator
‱ Siegfried Friedrich von Spaun (1908–1944), Holzbildhauer, Sohn des Malers Paul von Spaun
‱ Johannes Strassmann (1985–2014), Pokerspieler
‱ Beate Uhse (1919–2001), Pilotin und Unternehmerin
‱ Joachim Unseld (geb. 1953), Verleger
‱ Hans-Jochem von Uslar (1936–2022), Kulturpolitiker
‱ Hilde Wackerhagen (geb. 1945), politische Kabarettistin, Autorin und Regisseurin
‱ Andreas von WeizsĂ€cker (1956–2008), Bildhauer

Schulpublikationen

Die Odenwaldschule veröffentlichte mit eigenem Druck und Verlag mehrere Periodika, Schriftenreihen und Festschriften mit AufsĂ€tzen, Berichten und Reden ihrer Leiter, pĂ€dagogischen Mitarbeiter und SchĂŒler: „Der Waldkauz“ (1920/21), „Der Neue Waldkauz“, hrsg. von SchĂŒlern (1927–1934), „Der Lindenstein“ (1943–1944), „Kauz im Spiegel“, Zeitschrift (1951–1955), „OSO-Hefte. Berichte aus der Odenwaldschule“, hrsg. vom Parlament der Odenwaldschule (1955–1969), „Schriftenreihe der Odenwaldschule Oberhambach“ (1960–1963), „Erziehung und Unterricht heute – BeitrĂ€ge zur Theorie und Praxis“, hrsg. v. Wolfgang Edelstein und Walter SchĂ€fer (1963–1972), „OSO-Hefte. Neue Folge“, hrsg. im Auftrag der Konferenz (1970–2011) von Gerold Becker (Heft 1–9), Wolfgang Harder (Heft 10–15), Whitney Sterling (Heft 16–18) und Margarita Kaufmann (ab Heft 19), darunter verschiedene „Themenhefte“, und die „OSO-Nachrichten“ (1973–2010).cite-ref-130[130] Ferner erschien von 1998 bis 2015(?) das Offizielle Mitteilungsblatt des AltschĂŒlervereins und Förderkreises der Odenwaldschule e. V. mit dem Namen Goetheplatz.

Autobiografien, Erinnerungen, Romane

‱ Klaus Mann: Die Jungen. ErzĂ€hlung. In: Klaus Mann: Vor dem Leben. ErzĂ€hlungen. Enoch, Hamburg 1925, S. 7–47.
‱ Klaus Mann: Der Alte (Paul Geheeb). In: Klaus Mann: Vor dem Leben. ErzĂ€hlungen. Enoch, Hamburg 1925, S. 131–141.
‱ Klaus Mann: Landerziehungsheim. In: Kind dieser Zeit. Transmare, Berlin 1932, S. 228–264.
‱ Klaus Mann: The Turning Point. Thirty-Five Years in this Century. L. B. Fischer, New York 1942

‱ deutsche Ausgabe: Der Wendepunkt. Ein Lebensbericht. S. Fischer, Berlin 1952, S. 104–110.

‱ Karin MichaĂ«lis: Auf einer deutschen Schule. In: Karin Michaelis: Bibis Große Reise. Roman. Stuffer, Berlin 1932, S. 179–193.
‱ Burgunde Niemann (Hrsg.): AltschĂŒler-Erinnerungen aus 80 Jahren OSO. Im Auftrag der Odenwaldschule zum 100-jĂ€hrigen JubilĂ€um 2010. Quintessenz Manufaktur, 2010; Online (PDF).
‱ Moritz von Uslar: Usli, warum widersprichst Du nicht? In: Die Zeit. Nr. 24, 5. Juni 2014, S. 56.
‱ Hartmut von Hentig: Noch immer Mein Leben. Erinnerungen und Kommentare aus den Jahren 2005 bis 2015. Was mit Kindern, Berlin 2016, ISBN 978-3-945810-26-2.
‱ Anselm Neft: Die bessere Geschichte. Roman. Rowohlt, Hamburg 2019; ISBN 978-3-498-09334-1.

Filme

Zum Thema des Missbrauchssystems an der Odenwaldschule wurden mehrere Filme gedreht:

‱ Und wir sind nicht die Einzigen. Regie: Christoph Röhl; Produzenten: Dirk Wilutzky, Anja Wedell; Redakteure: Inge Classen, Udo Bremer. Eine Produktion von Herbstfilm im Auftrag von 3Sat 2011, 85 min.
‱ Geschlossene Gesellschaft. Regie: Luzia Schmid & Regina Schilling; Kamera: Johann Feindt, Hajo Schomerus, Jörg Adams; Schnitt: Barbara Gies. Eine Produktion von zero one film im Auftrag des SWR und des HR 2011, 90 min.cite-ref-131[131] Der Film ist online abrufbar unter www.youtube.com.
‱ Die AuserwĂ€hlten, fiktives Dramacite-ref-132[132] gesendet am 1. Oktober 2014 auf ARD. Regie: Christoph Röhl, 2014.cite-ref-faz-13028071-133-0[133]
‱ „Wie laut soll ich denn noch schreien?“ Dokumentation. Nach dem gleichnamigen Buch von Andreas Huckele. Regie: Nils Bökamp; Produzenten: Felix Kriegsheim und Daniel Minkov. Eine Produktion von Thursday im Auftrag von RTL 2021, 80 min.

Literatur

‱ Elisabeth Huguenin: Die Odenwaldschule. Aus dem Französischen ĂŒbertragen von Emmi Hirschberg, mit einem Vorwort von Peter Petersen ĂŒber „Die Stellung des Landerziehungsheims im Deutschen Erziehungswesen des 20. Jahrhunderts“ (= Forschungen und Werke zur Erziehungswissenschaft, hrsg. von Peter Petersen, 5. Band). Böhlau, Weimar 1926.
‱ Walter SchĂ€fer: Die Odenwaldschule 1910–1960. Der Weg einer freien Schule (= Schriftenreihe der Odenwaldschule, Heft 1). Odenwaldschule, Ober-Hambach 1960.
‱ Wolfgang Edelstein: Odenwaldschule. Eine differenzierte Gesamtschule. Entwicklung und Struktur. (= Erziehung und Unterricht heute, Band 8). Hirschgraben, Frankfurt a. M. 1967.
‱ Walter SchĂ€fer, Wolfgang Edelstein, Gerold Becker: Probleme der Schule im gesellschaftlichen Wandel. Das Beispiel Odenwaldschule. Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. M. 1971.
‱ Gerold Becker (Hrsg.): 75 Jahre Odenwaldschule. Programmheft (= SO-Hefte, Neue Folge 9 (Sonderheft) / 1985.) Odenwaldschule, Ober-Hambach 1985.
‱ Dennis Shirley: The Politics of Progressive Education. The Odenwaldschule in Nazi Germany. Harvard University Press, Cambridge 1992.

‱ Übersetzung: ReformpĂ€dagogik im Nationalsozialismus. Die Odenwaldschule 1910 bis 1945. Beltz Juventa, Weinheim 2010, ISBN 978-3-7799-2235-3.

‱ Helmut Arndt / Henner MĂŒller-Holtz (Hrsg.): Schulerfahrungen – Lebenserfahrungen. Anspruch und Wirklichkeit von Bildung und Erziehung heute. ReformpĂ€dagogik auf dem PrĂŒfstand. Peter Lang, Frankfurt 1995. 2. unverĂ€nderte Auflage 1996, ISBN 3-631-30622-9.
‱ Christl Stark: Idee und Gestalt einer Schule im Urteil des Elternhauses. Eine Dokumentation ĂŒber die Odenwaldschule zur Zeit ihres GrĂŒnders und Leiters Paul Geheeb (1910–1934). Dissertation, PĂ€dagogische Hochschule Heidelberg 1998 (Online (PDF); abgerufen am 31. MĂ€rz 2019).
‱ Alexander Priebe: Bibliographie der Odenwaldschule (= OSO-Hefte, Neue Folge 17). Odenwaldschule, Ober-Hambach 2004.
‱ Martin NĂ€f: Paul und Edith Geheeb-Cassirer. GrĂŒnder der Odenwaldschule und der Ecole d’HumanitĂ©. Deutsche, internationale und schweizerische ReformpĂ€dagogik 1910–1961. Weinheim 2006, ISBN 3-407-32071-X.
‱ Ulrich Herrmann: Die Odenwaldschule 1909–1934. Texte von Paul Geheeb. Berichte und Diskussionen von Mitarbeitern und SchĂŒlern. IKS (= edition Paideia), Jena 2010, ISBN 978-3-941854-15-4.
‱ Margarita Kaufmann, Alexander Priebe (Hrsg.): 100 Jahre Odenwaldschule. Der wechselvolle Weg einer Reformschule. Berlin 2010, ISBN 978-3-86650-018-1.
‱ Odenwaldschule (Hrsg.): 100 Jahre Odenwaldschule – Das JubilĂ€um (= OSO-Hefte, Neue Folge 20 / 2011). Odenwaldschule, Ober-Hambach 2011, ISSN 1864-7499.
‱ JĂŒrgen Dehmers:cite-ref-134[134] Wie laut soll ich denn noch schreien? Die Odenwaldschule und der sexuelle Missbrauch. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2011, ISBN 978-3-498-01332-5.
‱ Christian FĂŒller: SĂŒndenfall. Wie die Reformschule ihre Ideale missbrauchte. Dumont, Köln 2011, ISBN 978-3-8321-9634-9.
‱ Tilman Jens: Freiwild. Die Odenwaldschule – Ein LehrstĂŒck von TĂ€tern und Opfern. GĂŒtersloher Verlagshaus, GĂŒtersloh 2011, ISBN 978-3-579-06744-5.
‱ JĂŒrgen Oelkers: Eros und Herrschaft. Die dunklen Seiten der ReformpĂ€dagogik. Beltz, Weinheim/Basel 2011, ISBN 978-3-407-85937-2.
‱ JĂŒrgen Oelkers: Gerold Becker, die Landerziehungsheime und die Opfer. Vortrag im Salon Walker am 8. Juni 2012 in Basel, Online (PDF) unter: UniversitĂ€t ZĂŒrich (uzh.ch).
‱ Damian Miller, JĂŒrgen Oelkers (Hrsg.): ReformpĂ€dagogik nach der Odenwaldschule – Wie weiter? Beltz, Weinheim/Basel 2014, ISBN 978-3-7799-2929-1.
‱ JĂŒrgen Oelkers: PĂ€dagogik, Elite, Missbrauch. Die „Karriere“ des Gerold Becker. Beltz, Weinheim/Basel 2016, ISBN 978-3-7799-3345-8.
‱ Lars Adler: Das Archiv der Odenwaldschule. Zur Überlieferung der ambivalenten Geschichte einer ĂŒber 100-jĂ€hrigen Reformschule im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt. In: Archivnachrichten aus Hessen. Nr. 17/2, 2017, S. 37–41.
‱ Jens Brachmann: Tatort Odenwaldschule. Das TĂ€tersystem und die diskursive Praxis der Aufarbeitung von Vorkommnissen sexualisierter Gewalt. Unter Mitarbeit von Andreas Langfeld, Bastian Schwennigcke und Steffen Marseille. Verlag Julius Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2019, ISBN 978-3-7815-2299-2.cite-ref-135[135]
‱ Heiner Keupp, Peter Mosser, Bettina Busch, Gerhard Hackenschmied, Florian Straus, Jens Brachmann: Die Odenwaldschule als Leuchtturm der ReformpĂ€dagogik und als Ort sexualisierter Gewalt: Eine sozialpsychologische Perspektive. Springer, Berlin 2019, ISBN 978-3-658-23362-4.

Weblinks

Commons

: Odenwaldschule

– Sammlung von Bildern

‱ WebprĂ€senz Odenwaldschule (2015) (Memento vom 28. Dezember 2016 im Internet Archive).
‱ Claudia BurgsmĂŒller, Brigitte Tilmann: Abschlussbericht ĂŒber die bisherigen Mitteilungen ĂŒber sexuelle Ausbeutung von SchĂŒlern und SchĂŒlerinnen an der Odenwaldschule im Zeitraum 1960 bis 2010 (PDF; 386 kB), www.anstageslicht.de.
‱ Missbrauch an der Odenwaldschule, Dossier bei Der Spiegel.
‱ Heppenheim: Ärger ĂŒber Buch zur Odenwaldschule, Frankfurter Rundschau, dpa, 27. Januar 2019.

Einzelnachweise

cite-note-ssp-11. Neue Leitung an der Odenwaldschule. In: Spiegel Online. 2. September 2011, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 6. Februar 2015; abgerufen am 7. Dezember 2014.
cite-note-faz-11109176-21. Heike Schmoll, Ober-Hambach: Über die Niederungen aus dem Tal. In: faz.net. 22. August 2011, abgerufen am 7. Dezember 2014.
cite-note-33. ↑ ECHO Online – Einstieg in ein neues Berufsbild: Erziehung – Odenwaldschule Ober-Hambach bietet nach den Ferien Ausbildungsgang Gestaltungs- und Medientechnik. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 29. November 2014; abgerufen am 21. November 2014.
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cite-note-66. ↑ Vgl. Margarita Kaufmann und Alexander Priebe (Hrsg.): 100 Jahre Odenwaldschule. Der wechselvolle Weg einer Reformschule, Berlin, Verlag fĂŒr Berlin-Brandenburg 2010; hier das Kapitel: Alexander Priebe: „Keine 'gotische' Kaserne und kein Schloss“. Zur Baugeschichte der Odenwaldschule, S. 211–223.
cite-note-77. ↑ Vgl. hierzu: Ulrich Herrmann: Die Odenwaldschule 1909–1934. Texte von Paul Geheeb. Berichte und Diskussionen von Mitarbeitern und SchĂŒlern. IKS (= edition Paideia), Jena 2010, dort die Kapitel: Otto Erdmann: Die Arbeitsorganisation der Odenwaldschule (1914), S. 155–161, ders.: Die Kursorganisation der Odenwaldschule als Modell der kĂŒnftigen Gestaltung des öffentlichen Schulwesens (1930), S. 162–165, und Mario Jona: Aus der Entstehungszeit der Kursorganisation (1930), S. 166–168.
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cite-note-1212. ↑ Vgl. Dennis Shirley: ReformpĂ€dagogik im Nationalsozialismus. Die Odenwaldschule 1910 bis 1945. Beltz Juventa, Weinheim 2010, ISBN 978-3-7799-2235-3, S. 114–119.
cite-note-1313. ↑ Dennis Shirley: ReformpĂ€dagogik im Nationalsozialismus. Die Odenwaldschule 1910 bis 1945. Beltz Juventa, Weinheim 2010, ISBN 978-3-7799-2235-3, S. 122 ff.
cite-note-1414. ↑ Zu Werner Meyer und der von ihm und Heinrich Sachs geleiteten „Gemeinschaft der Odenwaldschule“ vgl.: Dennis Shirley: ReformpĂ€dagogik im Nationalsozialismus. Die Odenwaldschule 1910 bis 1945. Beltz Juventa, Weinheim 2010, hier S. 218–231.
cite-note-1515. ↑ Vgl. Werner Meyer, Heinrich Sachs: Gemeinschaft der Odenwaldschule. Bildbericht. Heppenheim, Gemeinschaft der Odenwaldschule e. V., 1938.
cite-note-1616. ↑ Vgl. Dennis Shirley: ReformpĂ€dagogik im Nationalsozialismus. Die Odenwaldschule 1910 bis 1945. Beltz Juventa, Weinheim 2010, S. 165 ff.
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cite-note-1919. ↑ Zur Chronik dieser Jahre vgl. Walter SchĂ€fer: Die Odenwaldschule 1910–1960. Der Weg einer freien Schule. In: Schriftenreihe der Odenwaldschule, Heft 1, Heppenheim, 1960, S. 123.
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cite-note-115115. ↑ Vgl. Jens Brachmann: Tatort Odenwaldschule. Das TĂ€tersystem und die diskursive Praxis der Aufarbeitung von Vorkommnissen sexualisierter Gewalt. Verlag Julius Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2019, S. 463.
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cite-note-118118. ↑ Jens Brachmann: Tatort Odenwaldschule. Das TĂ€tersystem und die diskursive Praxis der Aufarbeitung von Vorkommnissen sexualisierter Gewalt. Verlag Julius Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2019, hier das Kapitel Der HaupttĂ€ter Wolfgang H., S. 60–96.
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cite-note-125125. ↑ Jens Brachmann: Tatort Odenwaldschule. Das TĂ€tersystem und die diskursive Praxis der Aufarbeitung von Vorkommnissen sexualisierter Gewalt. Verlag Julius Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2019, hier das Kapitel Der HaupttĂ€ter Gerhard T., S. 38–59.
cite-note-126126. ↑ Jens Brachmann: Tatort Odenwaldschule. Das TĂ€tersystem und die diskursive Praxis der Aufarbeitung von Vorkommnissen sexualisierter Gewalt. Verlag Julius Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2019, hier das Kapitel Der HaupttĂ€ter Dietrich W., S. 122–142.
cite-note-faz-1953251-127127. ↑ Amelie Fried: Die rettende Hölle. In: faz.net. 14. MĂ€rz 2010, abgerufen am 7. Dezember 2014.
cite-note-128128. ↑ Uta Grossmann: RĂŒbezahl hat ihn rausgeworfen, Frankfurter Rundschau, 5. Januar 2019.
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cite-note-131131. ↑ Geschlossene Gesellschaft. (Memento vom 5. MĂ€rz 2017 im Internet Archive) auf der Website von zero one film.
cite-note-132132. ↑ ARD darf „Die AuserwĂ€hlten“ nicht mehr zeigen. Abgerufen am 7. Dezember 2014.
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cite-note-134134. ↑ Christian Bommarius: Neues von der ReformpĂ€dagogik. In: Frankfurter Rundschau. 1. September 2011, S. 31. JĂŒrgen Dehmers ist ein Pseudonym.
cite-note-135135. ↑ Anmerkung: Wissenschaftliche Studie am Lehrstuhl fĂŒr Allgemeine PĂ€dagogik und Historische Wissenschaftsforschung der UniversitĂ€t Rostock; ursprĂŒnglich in Auftrag gegeben von der Odenwaldschule, nach deren Insolvenz 2015 wurde die Förderung des Forschungsvorhabens vom Hessischen Ministerium fĂŒr Soziales und Integration ĂŒbernommen.